- Zusätzlich zum Tagespreis der Tagesanleihe wird am 31.12. eine jeden Jahres ein Jahresendpreis gebildet.
- Die Jahresendpreis ist für den Zinstermin und für die Umwandlung der Tagesanleihe der massgebliche Wert.
Die Theorie über das Tagesgeld hatten wir ja bereits erläutert. Auch hier zeigt sich, Theorie und Praxis ist ein fundamentaler Unterschied. Natürlich ist der Zinssatz für Tagesgeld nur an den Tag gebunden, allerdings versuchen die Banken den Zinssatz so lange wie möglich stabil zu halten und das Wechseln der Zinssätze nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Grund ist u.a. das Fühlen der Kunden, wenn ein Kunde eine Anlage tätigt hat er sich zu dem Zinssatz positiv geäussert, ersichtlich durch einen Abschluss. In der Praxis ist es auch so, dass der Grundsatz langfristige Anlage höhere Zinsen, gerade beim Tagesgeld die Ausnahme geworden ist. Die Zinsen für Tagesgelder sind in der Regel höher, als die Zinsen für Festgelder. Man kann dies unter anderem als Marketingmassnahmen sehen, allerdings ist es auch so, dass die Verwaltungskosten für Tagesgeldkonten deutlich niedriger sind, als für Festgeldkonten.
Die Frage ist, warum gibt es das Angebot der Banken zur Anlage von Tagesgeld. Der Vorteil der Banken ist, dass sie den Zinssatz, den sie den Anlegern auf ihre Tagesgeldeinlage geben nach einem Arbeitstag wieder ändern können. Somit kann eine Bank die Verzinsung auf den Tagesgeldkonten täglich anpassen. Bei einer normalen Zinsstruktur die einer normalen Situation der Märkte geschuldet ist, wird kurzfristig angelegtes Geld niedriger verzinst als längerfristig angelegtes Geld. Manchmal ist auch umgekehrt, dass z.B. das Tagesgeld höher verzinst wird als das 3 Monats Festgeld. Solch eine Situation nennt man inverse Zinsstruktur.
EONIA ist der Euro Over Night Index Average. Er wird seit dem 04.01.1999 von der EZB veröffentlicht. Basis sind die effektiven Umsätze die nach der Zinsmethode berechneten Durchschnittssätze für Tagesgelder im Interbankengeschäft. Diese werden über Moneyline Telerate veröffentlicht.
| Zeit | Schnitt |
|---|---|
| 2009 Januar | 1,81 |
| 2009 Februar | 1,26 |
| 2009 Maerz | 1,06 |
| 2009 April | 0,84 |
| 2009 Mai | 0,78 |
| 2009 Juni | 0,70 |
| 2009 Juli | 0,36 |
Bei der Entwicklung der Tagesgeldzinsen im Monat August 2009 kann man sehen, dass die gute Ausstattung der Banken mit Liquidität ein Fallen der Geldmarktzinsen verursacht hat. Dies geschah nach der Zuteilung des Zwölfmonatstenders. Rückblickend kann man sagen, dass der Zwölfmonatstender sehr erfolgreich war. Das hatte zur Folge, dass der Tagesgeldsatz (EONIA) um 0,4 % gefallen ist. Das verursachte eine stabile Basis von 0,1 % über dem Zinssatz für die Einlagenfazilität des Eurosystems. Nach der Zuteilung des Zwölfmonatstenders kam das Handelsvolumen unter Druck, allerdings ging der Markt von Tagesgeld wieder eine Phase der Erholung über.