Am 18.05.1991 wurde der Japanische Garten in Hamburgs Planten un Blomen der Öffentlichkeit übergeben. Sein Schöpfer war Professor Yoshikuni Araki aus Osaka. Der Japanische Garten ist eine in sich abgeschlossene Anlage, die im wesentlichen aus dem Einklang aus Fels, Wasser und Grün besteht. Ein Teehaus, dem Stile nach aus ländlicher Gegend, spiegelt sich in einem See, den ein Wasserlauf durchzieht. Japanische Gartengestaltung ist die Kunst, eine kleine Landschaft bis ins feinste Detail so zu planen, daß der Eindruck von Natürlichkeit und Zufälligkeit entsteht und der Betrachter die gestaltende Hand vergißt – aber die Philosophie dahinter empfindet. Ein Japanischer Garten ist ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit, voll Intimität und meditativem Charakter. Vom Besucher wird deshalb Besinnlichkeit und Achtung vor dem Kunstwerk erwartet. Der Japanische Garten in Planten und Blomen hat eine Größe von 18.700 qm. Die Wasserflächen bedecken 10 Prozent der Fläche. Die Wasserläufe sind 230 m lang und haben ein Gefälle von insgesamt 4 Metern. Damit das Wasser immer fließt, drücken 3 Pumpen von je 15,5 kW zusammen 8 cbm pro Minute aus einer 180 cbm fassenden unterirdischen Brunnenstube bis in die höchste Stelle, von wo das Wasser in 2 Richtungen über die Wasserfälle und Kaskaden zurückfließt. Zur Gestaltung dieser Landschaft wurden 1.000 Tonnen Granitfindlinge von Professor Araki persönlich im Fichtelgebirge ausgesucht und im Japanischen Garten eingebaut. Große Exemplare erreichen ein Gewicht von bis zu 15 Tonnen. Ihre Verwendung wurde bereits am Fundort festgelegt. Das Teehaus, optischer Mittelpunkt des Gartens, wurde in Japan hergestellt, auf dem Seeweg hergebracht und von der japanischen Herstellerfirma an Ort und Stelle montiert. Es finden öffentliche Teezeremonien statt. Die Schöpfgeräte fordern symbolisch zur seelischen Reinigung auf, die einer tiefen inneren Einkehr vorauszugehen hat. Die Bepflanzung eines Japanischen Gartens besteht weniger aus Blütenpflanzen als aus Gehölzen, die durch Form und Laubfarbe die Gestaltung mit Stein und Wasser ergänzen. Pflanzen mit japanischer Herkunft prägen das Bild des Gartens. Bevor die Bepflanzung ihr vorgesehenes Entwicklungsstadium erreicht hat, sind noch einige Jahre intensiver Pflege erforderlich, damit der größte Japanische Garten Europas auch der schönste wird.
Die Bilder sind vom 19.04.2009:



