Gregory Bateson wurde am 09.05.1904 in Grantchester geboren und starb am 04.07.1980 in San Francisco. Er war Biologe, Anthropologe, Sozialwissenschaftler, Kybernetiker und Philosoph.
Gregory Bateson gilt auch als ein Vordenker des Neurolinguistischen Programmierens. Gregory Bateson sah sich nicht als Angehöriger einer Disziplin, sondern sah er alles als übergreifen. Er sah sich als Kybernetiker, Systemiker oder Ökologe.
Gregory Bateson stellte ein Hierarchie von Lern Typen auf:
Lernen 0: Die niedrigste Ebene des Lernens ist Aufnahme einer Information starrer Natur – eine bestimmte Reaktion wird in Verbindung mit einem bestimmten Reiz erlernt.
Lernen 1: von Bateson auch als „Proto-Lernen“ tituliert, ist eine Form des Lernens, in der eine bestimmte Reaktion auf einen bestimmten “Kontext” erlernt wird. Der Kontext ergibt sich aus den wechselseitigen Klassifizierungen der Reize.
Lernen 2: Hierbei handelt es sich um das Lernen des „Proto-Lernens“, von Bateson auch „Deutero-Lernen“ genannt. Es resultiert in Gewohnheiten und Geisteszuständen und hat somit Auswirkungen auf Charakter und Kommunikation.
Lernen 3: Die vierte Ebene ist die Reorganisation des durch das Deutero-Lernen Erlernten; diese Form des Lernens ist selten, sie kommt der Vernichtung des Selbsts gleich und ist entweder Resultat freier Entscheidung des Subjekts oder aber Folge widersprüchlichen Lernens.
Lernen 4: Lernen fünfter Ordnung ist Veränderung in Lernen vierter Ordnung, und kommt wahrscheinlich nur in der phylogenetisch-ontogenetischen Wechselwirkung vor.
Gregory Bateson charakterisiert die Systeme mit Möglichkeit zum geistigen Prozess, indem er ihnen insgesamt sechs Merkmale zuspricht:
- „Ein Geist ist ein Aggregat von zusammenwirkenden Teilen oder Komponenten“
Die Teile des Aggregats können selbst Subgeister sein. Bei einer endlos tieferen Teilung der Subgeister bis hin zu subatomaren Partikeln kann jedoch nicht mehr von Geistern gesprochen werden, da es ihnen an Komplexität beziehungsweise an Organisation und Wechselwirkung vielfältiger Teile fehlt.
- „Die Wechselwirkung zwischen Teilen des Geistes wird durch Unterschiede ausgelöst“
Unterschiede sind potentielle Informationen. Tatsächliche Informationen sind Unterschiede, die einen Unterschied ausmachen, Unterschiede, die verändern. Die Unterschiede dürfen hierbei keinesfalls als materielle Entitäten verstanden werden, viel mehr sind Unterschiede dimensionslos, platonische Ideen.
- „Der geistige Prozesse braucht kollaterale Energie“:
- „Der geistige Prozesse verlangt zirkuläre (oder noch komplexere) Determinationsketten“
Eine zirkuläre Selbstregulation ist vonnöten, damit der geistige Prozess nicht schismogenetisch eskaliert beziehungsweise nicht stagniert. Mittels positiven und negative Rückkopplungen werden in einem funktionierenden geistigen Prozess Veränderungen korrigiert und so Stabilität erzeugt. In der ontogenetischen Perspektive betrachtet können Veränderungen durch Mutationen abgefangen werden.
- „In geistigen Prozessen müssen die Auswirkungen von Unterschieden als Transformationen (d. h. codierte Versionen) von vorausgegangenen Ereignissen aufgefasst werden“
Die Transformation von Unterschieden kann in analoger, digitaler, schablonenartiger und ostensiver Codierung erfolgen. Digital codiert, kann der Unterschied nur zwei Wege gehen – er verhindert oder motiviert eine Reaktion. Analog codiert, variiert die Transformation im geistigen Prozess mit den Größen des Unterschieds. In der schablonenartigen Codierung determiniert der Erstzustand den Folgezustand. Die ostensive Codierung lässt im Wahrnehmen von Teilen auf das Ganze schließen.
- „Die Beschreibung und Klassifizierung dieser Tranformationsprozesse offenbart eine Hierarchie von logischen Typen, die den Phänomenen immanent sind.“
Logische Typen sind ein notwendiges Merkmal jedes geistigen Prozesses.
Gregory Bateson zählt die prävalenter zweckorientierter Charakterzüge und Lebensweisen auf:
1.Es geht um uns gegen die Umwelt.
2.Es geht um uns gegen andere Menschen.
3.Es kommt auf das Individuum (oder die individuelle Gesellschaft oder die individuelle Nation) an.
4.Wir können eine einseitige Kontrolle über die Umgebung ausüben und müssen nach dieser Kontrolle streben.
5.Wir leben innerhalb einer unendlich expandierenden „Grenze“.
6.Der ökonomische Determinismus ist Common Sense.
7.Die Technologie wird es für uns schon machen.
Bei folgenden Büchern und Werken arbeitete Gregory Bateson mit:
- Wo Engel zögern. Unterwegs zu einer Epistemologie des Heiligen.
- Geist und Natur. Eine notwendige Einheit.
- A Survey of the Problems suggested by a Composite Picture of the Culture of a New Guinea.
- Ökologie des Geistes. Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven.
- Schizophrenie und Familie. Beiträge zu einer neuen Theorie.
- Kommunikation. Die soziale Matrix der Psychiatrie.